05.05.2026

Pressemeldung

S-Payment Studie 2026 - Händlergeschäft am Point of Sale

Von der Handkasse zum mobilen Terminal – so ticken kleine Betriebe beim Payment am POS

Stuttgart, 05. Mai 2026 – Kleine und mittelständische Unternehmen und Gewerbetreibende erkennen zunehmend die Notwendigkeit, bargeldlos zu kassieren – viele Inhaber kleinerer Betriebe befürchten bei Kartenzahlung aber technische Störungen, „Knebelverträge“ oder undurchsichtige Preismodelle. Andere dagegen folgen den digitalen Payment-Trends, erkennen die Vorteile für ihren Geschäftserfolg und akzeptieren alle gängigen bargeldlosen Zahlungssysteme.

 

Das sind Kernergebnisse der S-Payment-Marktstudie “Händlergeschäft am Point of Sale (POS)”. Sie bietet fundierte Einblicke in die Anforderungen von kleinen und mittelständi-schen Unternehmen verschiedener Branchen in Deutschland an Bezahlverfahren, POS-Terminals und Kassensysteme und zeigt, wie sie heute in ihrem täglichen Geschäft kassieren.

Von Bedenkenträgern, Experimentierfreudigen und Überzeugungstätern

Die befragten Unternehmen kommen aus dem stationären und mobilen Einzelhandel, aus dem Handwerk, der stationären und mobilen Gastronomie sowie den mobilen Dienstleistun-gen. Die Studie identifiziert drei Händlertypen, die sich mit Blick auf Technikaffinität, Erfah-rung mit Terminals und POS-Systemen sowie dem unternehmerischen Selbstanspruch an Payment-Lösungen unterscheiden:

  • “Einsteiger” (55% der befragten Unternehmen, diese Gruppe besitzt überhaupt (noch) kein Terminal)
  • “Wechsler” (8% der befragten Unternehmen, sie haben in den letzten 24 Monaten ein Terminal oder POS-System angeschafft)
  • “Experten” (37% der befragten Unternehmen, sie besitzen länger als 24 Monate mindestens ein Terminal oder POS-System).

Einen hohen Anteil an “Einsteigern” gibt es im Handwerk (92%) und bei Mobilen Dienstleistungen (90%, z. B. ambulante soziale Dienste, Gebäudereiniger). “Einsteiger” haben generell große Vorbehalte gegenüber Kartenzahlung und empfinden sie oft als „Black-Box“. Man will zwar mitmachen, traut sich aber nicht aufgrund diffuser Vorbehalte und Unwissenheit. Die „Einsteiger“ fürchten technische Störungen/Ausfälle, „Knebelverträge“, die sie langfristig binden und undurchsichtige Preismodelle.

 

Die “Wechsler” sind in der mobilen Gastronomie am stärksten vertreten (zu 24%, z. B. Event-Caterer, Food-Trucks, Imbissbuden). Sie haben oft schon seit längerem die Notwendigkeit erkannt, den Payment-Trends zu folgen. Sie halten es für den eigenen Geschäftserfolg für wichtig, ihren Kund:innen die Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, die diese sich wünschen.

 

Die “Experten” sind in der stationären Gastronomie (71%, z. B. Restaurants, Cafés, Eissalons) und im Fachhandel (55%, z. B. Auto-Werkstätten, Friseur- und Kosmetiksalons, Mode-Boutiquen, Schmuckhändler) sehr präsent. Diese Gruppe sieht klar die faktischen Vorteile für ihr Business, routiniert mit Kartenzahlung umzugehen. Auf der Grundlage eines hohen Unternehmensgeists und ausgeprägter Technik-Affinität haben sie ihr Payment meist aus eigenem Antrieb optimiert und sind damit auch weitgehend zufrieden. 

Bargeld und Rechnung bei kleinen Betrieben beliebt

Barzahlung bleibt in vielen Branchen dominant, insbesondere im Einzelhandel sowie in der stationären und mobilen Gastronomie. Kartenzahlung per girocard, Kreditkarte oder Debit-karte gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung, vor allem in technikaffinen Segmenten und bei jüngeren Kund:innen. Zahlung auf Rechnung ist ebenfalls verbreitet -  hauptsächlich in Branchen mit geringer Terminalnutzung, wie etwa im Handwerk oder bei mobilen Dienst-leistern. Als Vorteile der Kartenzahlung (z. B. mit der girocard) sehen die befragten Händler die Aspekte Schnelligkeit, Bargeldreduzierung, geringeres Diebstahl-/Betrugsrisiko und die einfache Bedienung.

Bunte Vielfalt von Geldkassetten bis zu mobilen Terminals

Bei den Terminals und Kassensystemen gibt es quer durch die betrachteten Branchen eine große Ausstattungsvielfalt. Vor allem bei den “Einsteigern” (z. B. dem mobilen Pizza- oder Kaffeestand, der ländlichen Gaststätte oder der kleinen Modeboutique) findet man häufig noch offene Handkassen, kleine Geldkassetten mit Wechselgeld, Bauchtaschen oder Regis-trierkassen ohne POS-System. Der Großteil der Handwerker und mobilen Dienstleister hat gar keine Kasse und bietet nur Bezahlung auf Rechnung an.

 

Mehr als drei Viertel der Befragten nutzen einfache Terminals, die nur für Kartenzahlungen genutzt werden können, ohne Anbindung an ein Kassensystem (POS-System). Diese Aus-stattungsvariante nutzt vor allem die stationäre Gastronomie (54%). Jeder zweite Händler mit mobilem Verkaufsstand ist überzeugt, dass das Angebot von Kartenzahlung seinen Umsatz steigert.

 

Mobile Terminals werden vor allem in der Gastronomie, an mobilen Verkaufsständen und im Einzelhandel eingesetzt. Daher plant rund jeder zehnte gastronomische Betrieb und rund jeder zehnte mobile Verkaufstand (überwiegend „Wechsler“ und „Experten“), binnen Jahresfrist mobile Terminals mit / ohne Anbindung an ein Kassensystem anzuschaffen.

 

Die wichtigsten Kaufkriterien für ein (neues) Terminal sind quer durch alle Branchen:

  • zuverlässige Transaktionen (86% erwarten eine reibungslose, ortsunabhängige Zahlungsabwicklung, die Akzeptanz aller relevanten Karten und Zahlverfahren sowie Schutz vor Datenmissbrauch und Hackerangriffen)
  • günstige Transaktionskosten (81% erwarten flexible und wettbewerbsfähige Preiskonditionen)
  • schnelle Auszahlung der Umsätze aufs Firmenkonto (79% erwarten die Gutschrift nach 2-4 Tagen auf ihrem Geschäftskonto). 

Zur Studie

Befragt wurden insgesamt 524 Händler und Unternehmer, die Entscheider beim Thema Bezahlen am POS sind, und zwar aus den folgenden Branchen: stationärer und mobiler Einzelhandel, Handwerk, stationäre und mobile Gastronomie sowie mobile Dienstleistun-gen. Der maximale Jahresumsatz der ausgewählten Unternehmen beträgt bis 2 Mio. Euro. Sie gehören zu keiner großen Unternehmenskette und keinem Franchiseanbieter, bei denen die Zentrale über die akzeptierten Bezahlverfahren und die technische Geräteausstattung entscheidet. Es gab 24 qualitative Online-Interviews (im Zeitraum vom 26.05. bis 03.06.2025) und 500 quantitative Telefoninterviews (im Zeitraum vom 08.07. bis 20.08.2025).

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