Blog #allaboutpayment
Eine Reise von Hamburg nach Oslo zeigt: In Skandinavien klappt das Reisen ganz ohne Bargeld. Ein Erfahrungsbericht über mobiles Bezahlen, Mautgebühren und schwedische Krisenvorsorge.
07.09.2026
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Eine Reise von Hamburg nach Oslo zeigt: In Skandinavien klappt das Reisen ganz ohne Bargeld. Ein Erfahrungsbericht über mobiles Bezahlen, Mautgebühren und schwedische Krisenvorsorge.
07.09.2026
Wer mit vier Personen von Hamburg nach Oslo will, um dort Verwandte zu besuchen, steht vor der Qual der Wahl: Nimmt man ab Kiel eine Fähre der Color Line oder fährt man die gut 1.000 Kilometer selber?
Ein Blick auf die zur fraglichen Zeit gültigen Preise der Color Line macht klar: Selber fahren ist günstiger – zumindest gefühlt. Außerdem lassen sich ein Zwischenstopp in Kopenhagen einplanen und die wunderbaren Landschaften Westschwedens und Südnorwegens genießen.
Zur Vorbereitung einer solchen Reise gehört natürlich auch, sich Gedanken darüber zu machen, wie man vor Ort bezahlen will. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätten wir in unserer Haspa-Filiale für die Reise dänische, schwedische und norwegische Kronen bestellt. Aktuell kostet die Sortenbestellung oder der Sortenkauf in Filialen mit Bestand 9 Euro (pro Bestellung, die auch mehrere Sorten umfassen kann). Die Alternative wäre, sich im jeweiligen Reiseland an Geldautomaten mit der Landeswährung zu versorgen – auch das mit Gebühren verbunden. Und dann muss man erst mal einen Geldautomaten finden.
Da die skandinavischen Länder in Europa schon länger zu den Vorreitern des bargeldlosen Bezahlens gehören, fahren wir ohne eine einzige Krone im Portemonnaie los. Die Tickets für die Fähre Puttgarden-Rodby Hin- und Zurück sowie die Maut für die Öresundbrücke sind vorab online gebucht und per Kreditkarte bezahlt. Für den Rest ist die Mastercard in der App „Mobiles Bezahlen“ hinterlegt und als Standard-Bezahlkarte definiert.
Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone funktioniert wirklich überall vollkommen problemlos: ob beim Bäcker oder beim Besuch des Rundetårn (Der Runde Turm) in Kopenhagen oder an den Raststätten in Schweden. Wobei man in Schweden neuerdings zu der Erkenntnis gelangt ist, dass der Fortschritt des bargeldlosen Bezahlens auch seine Schattenseiten haben kann. Für die schwedische Regierung ist Bargeld mittlerweile ein wichtiger Baustein für die Krisenvorsorge. Die Zivilschutzbehörde empfiehlt: Alle Erwachsenen sollten immer etwa 1.000 Kronen (ca. 90 Euro) in bar zu Hause liegen haben. Und ein neues Gesetz verpflichtet Lebensmittelgeschäfte und Apotheken seit Mitte 2026 dazu, wieder Bargeld anzunehmen.
© Frank Baartz
In Oslo ist es ganz normal, eine Tasse Kaffee oder eine Kugel Eis per Kreditkarte zu bezahlen. Man sollte allerdings unbedingt der Versuchung widerstehen, die norwegischen Preise in Euro umzurechnen. Das könnte die Urlaubsfreude doch etwas trüben. Fragt man in Norwegen im Restaurant, ob noch irgendjemand mit Bargeld bezahlt, bekommt man als Antwort ein spöttisches Lachen und die Aussage: „Ja, deutsche Touristen“. Und was die Bekanntheit und Nutzung von Vipps betrifft, bestätigt die Verwandtschaft: „Ja natürlich, das nutzen hier alle.“ Zwei Erkenntnisse bringt die Reise: Erstens ist die Fahrt mit Fehmarn-Belt-Fähre, Öresund-Brückenmaut, Übernachtung und Restaurantbesuch in Kopenhagen sowie Tanken und Verpflegung an schwedischen Raststätten genauso teuer wie die Color Line.
Zweitens steht am Ende auf der Kreditkartenabrechnung bei jeder Buchung zusätzlich ein Währungsumrechnungsentgelt von 1,25 Prozent vom Kreditkartenumsatz. Das macht zum Beispiel bei 2.000 Euro zusätzliche Gebühren von 25 Euro – aber das ist die Bequemlichkeit und Einfachheit auf jeden Fall wert.
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