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Auslandsüberweisungen – Wie schickt man heute Geld ins Ausland?

Wer heute Geld in ein Land außerhalb der Eurozone überweisen will, muss entscheiden: lieber klassisch über die Bank, modern über ein Fintech oder futuristisch über Stablecoins. Unsere Autorin hat alle drei Wege genutzt. Welcher ist am alltagstauglichsten?

 

26.09.2025

Das Geburtstagsgeschenk für meinen Neffen war in diesem Jahr außergewöhnlich teuer. Denn der Kleine wohnt in Kanada und anders als sonst habe ich dieses Mal andere Wege als den gewohnten Paypal-Transfer gewählt, um meinem Bruder das Geld zu schicken – und die waren teilweise ganz schön kostspielig. Getestet habe ich sie trotzdem: zum einen aus moralischen Gründen mit dem Wunsch, weniger abhängig von einer großen Plattform zu sein, zum anderen aus Neugier.

 

Für mein Experiment habe ich den Betrag gedrittelt:

  1. Zehn Euro habe ich per SWIFT über meine Hausbank geschickt, ein Klassiker, den ich noch nie ausprobiert hatte.
  2. Weitere zehn Euro gingen über Wise, das bereits sehr etablierte Fintech formerly known as Transferwise.
  3. Und die dritten zehn Euro habe ich versucht, über die in Fachkreisen viel diskutierten Stablecoins zu schicken, wofür ich aber gefühlt erst einmal einen Abschluss machen musste.

Um eine Erkenntnis meines kleinen Selbsttests vorwegzunehmen: Wer ins Nicht-EU-Ausland Geld überweisen will, vor allem kleinere Summen, sollte sich zunächst über seine Prioritäten klar werden. Möchte ich mich, wenn es vielleicht ein Einzelfall ist, für eine Auslandsüberweisung tatsächlich bei einer mir fremden Plattform registrieren inklusive möglicherweise nervigem Ident-Prozess? Habe ich die Geduld und das Interesse, mich in ein neues technisches Thema einzuarbeiten? Oder möchte ich es maximal bequem haben und nehme dafür höhere Kosten in Kauf? Und wie wichtig sind mir vielleicht moralische Grundsätze?

SWIFT dauert und ist teuer

Meine ersten zehn Euro habe ich über meine Hausbank geschickt. Das ist erst einmal ein ganz normaler Unterpunkt im Überweisungsmenü im Online-Banking. Dort konnte ich sehen, welche Daten ich für eine Überweisung nach Kanada überhaupt brauche, konkret waren das neben Kontonummer und BIC eben auch eine postalische Adresse. Letztere hatte ich schon, aber die Kontoverbindung zu bekommen, hat dann bedingt durch Zeitverschiebung und Stress auch ein paar Tage gedauert.

 

Außerdem musste ich eine Kostenregelung auswählen: Wer bezahlt denn die Überweisungsgebühren? In diesem Fall habe natürlich ich sie übernommen: 27,90 Euro wurden mir insgesamt abgebucht bei gerade mal zehn Euro, die ich überwiesen habe.

 

Wenn ich für 100.000 Euro eine Maschine in China bestelle, dann ist dieser klassische, teure Bankkanal sicher die klügere Wahl: klare Haftungsketten, Reklamationswege, Compliance und weltweite Erreichbarkeit. Für kleine, schnelle, private Summen ist SWIFT wirklich nicht geeignet; es dauerte rund eine Woche, bis das Geld dann in Kanada angekommen war. In diesem Fall war das zum Glück nicht schlimm, weil die Überweisung keine Eile hatte.

Wise: transparent, pragmatisch, alltagstauglich

Wesentlich moderner, einfacher und trotzdem angenehm nüchtern war hingegen der Transfer über Wise. Das Fintech-Unternehmen wurde 2011 im UK noch unter dem Namen Transferwise gegründet und war damals nach Jahrzehnten, in denen man nur über SWIFT sein Geld versenden konnte, eine revolutionäre Neuerung. Der große Unterschied: Wise macht Auslandsüberweisungen, ohne das Geld wirklich „über die Grenze“ zu schicken.  Man zahlt in seinem Land lokal ein und Wise im anderen lokal aus.

 

Da ich den Dienst das erste Mal benutzt habe, musste ich natürlich nach schneller Anmeldung auf der Plattform erst einmal das Ident-Verfahren durchlaufen. Weil mein Bruder bereits Wise nutzt, reichte mir seine E-Mail-Adresse, um ihn zu finden und ihm das Geld zu schicken; zusätzliche Kontodaten brauchte ich nicht.

 

Was mir gefallen hat: Die Gebühren wurden schon vor dem Abschicken klar ausgewiesen, der Zielbetrag inklusive Wechselkurs transparent berechnet, und eine grobe Dauer bekam ich auch mitgeteilt, die kam zeitlich sogar hin. Zwischendurch hat Wise mich per E-Mail auf dem Laufenden gehalten, wann mein Geld wohl bei meinem Bruder eintrifft – und er wurde gleichzeitig auch benachrichtigt, dass Summe X für ihn unterwegs sei.

 

Für meinen kleinen Betrag waren die Kosten bei Wise deutlich geringer als beim klassischen Bankweg und ich musste nicht erst zig Hilfe-Artikel lesen, um zu verstehen, wie das Ganze funktioniert. Limits gibt es natürlich bei Wise, aber für meinen Fall war dieser Weg absolut in Ordnung.

Stablecoins: schnell rein, schwierig wieder raus

Der Weg via Stablecoins hingegen hat mich an die Grenzen meines technischen Know-hows gebracht. Weil in Fachkreisen gerade so viel über diese Art der Auslandsüberweisung gesprochen wird, wollte ich wissen, wie alltagstauglich das denn heute schon ist. Ich habe mich vorher mit einem Experten unterhalten, der beruflich mit Anwendungsfällen für Stablecoins arbeitet. Er erzählte mir, dass dies die nächste Stufe der Cross-Border-Payment-Evolution sei. Von ihm habe ich zunächst gelernt, dass Stablecoins Krypto-Tokens sind, deren Wert an eine Fiatwährung wie den US-Dollar oder Euro gekoppelt ist, quasi die preisstabilen Cousins von Bitcoin und Co. Überweisungen sind rund um die Uhr sofort möglich zu äußerst geringen Gebühren, alles funktioniert unabhängig von Banken.

 

In der Theorie klingt das super. Einen Anbieter mit angeblich guter Usability bekam ich auch gleich empfohlen und zwar das Krypto-Fintech Espresso Cash. Da ich jetzt schon seit zehn Jahren über Fintech berichte, habe ich schon einiges ausprobiert und technisch viel gelernt. Doch während für den Experten, der mir die App empfahl, die Krypto-Welt Alltag ist, habe ich mich gefühlt wie in einem völlig anderen Kosmos. Ich musste erst einmal Vokabeln pauken: On-Ramp bezeichnet den Weg von Fiat-Geld in die Wallet; Off-Ramp den Rückweg zurück in zum Beispiel Euro. Was ich nicht alles gegoogelt und ChatGPT gefragt habe!

 

Nun hat es am Ende aber nicht an den Vokabeln gehakt und auch nicht an der Zeit, die ich fürs Verständnis gebraucht habe. Nein, in der Praxis war schon das initiale Ident-Verfahren schwierig, bedingt durch den Anbieter, den das Start-up nutzt. Angemeldet hatte ich mich per App, doch das Ident-Verfahren lief dann auf meinem Rechner, funktionierte aber nicht; ich musste den Prozess mehrmals durchlaufen, bis es endlich klappte.

 

Und das eigentliche Problem war auch dieses „Off-Ramp“, also die Frage, wie das Geld dann aus der App zu meinem Bruder kommen würde. Darüber musste ich schon am Anfang des Prozesses nachdenken, um zu entscheiden, in welchen Stablecoin-Token ich denn mein Geld am Besten umwandle. Als ich mich für den an den US-Dollar geknüpften Stablecoin USDC entschieden hatte, konnte ich meine in die App eingezahlten zehn Euro relativ mühelos, schnell und nahezu kostenlos in USDC umtauschen. Doch dann wurde es endgültig kompliziert: Mein Bruder hätte nämlich erst einmal dasselbe Onboarding durchlaufen müssen, ohne das geringste bisschen Ahnung von Krypto zu haben. Das konnte und wollte ich ihm nicht zumuten, erst recht nicht für ein Experiment. Vor allem als ich rausfand, dass er sich das Geld nur in bar in einer bestimmten Bankfiliale in der nächstgrößeren Stadt hätte auszahlen lassen können. Spätestens an diesem Punkt war für mich klar: Stablecoins sind für kleine Summen wie in meinem Fall absolut nicht praxistauglich.

 

Und so bleibt doch alles beim Alten

Ganz ehrlich: Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich meinem Neffen überhaupt zum Geburtstag geschenkt habe. Geblieben ist bei mir die Erkenntnis, dass ich beim nächsten Mal das Geld wohl doch wieder über Paypal nach Kanada schicke. Zumindest solange Auslandsüberweisungen über Banken so teuer sind und der Stablecoin-Prozess so komplex bleibt. Und wenn ich mal Geld an jemanden im Nicht-EU-Ausland schicken will, mit dem ich noch nicht per Paypal verknüpft bin wie mit meinem Bruder, dann wäre Wise ein sehr guter Mittelweg.

 

Jetzt muss ich allerdings erst mal versuchen, mein Geld aus der Espresso-Cash-App wieder rauszuholen. Nicht dass ich noch meine „Recovery Phrase“ verlege und die 8,54 USDC nie wieder in Euro umwandeln und „off-ramp“ holen kann…

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