Zu wenig Dienstleistungen im Zahlungsverkehr für KMU

12.12.2022

Kleine und mittlere Unternehmen weltweit fühlen sich von ihren Primärbanken in Bezug auf Zahlungsverkehrsdienstleistungen unterversorgt. 89 Prozent erwägen daher einen Wechsel zu alternativen PayTech-Anbietern. So der World Payments Report 2022 des Capgemini Research Institute. 

Banken sollten daher kleine und mittlere Unternehmen besser mit speziellen Zahlungsverkehrsdienstleistungen unterstützen – fordert Capgemini in einer Pressemitteilung. Der World Payments Report 2022 geht davon aus, dass der Anteil neuer Zahlungsmethoden (Instant Payments, e-money, mobile und digitale Geldbörsen, Konto-zu-Konto, QR-Codes) an den gesamten bargeldlosen Transaktionen weltweit bis 2026 von rund 17 Prozent auf rund 24 Prozent steigen werde. Doch während der Zahlungsverkehr zwischen Handel und Endkunden (B2C) floriere, sei die Wertschöpfungskette im Geschäftskundenbereich (B2B) bisher vernachlässigt worden.

Die Zahlungsverkehrsbranche hat sich während der unruhigen Marktverhältnisse in den vergangenen Jahren Capgemini zu Folge robust dargestellt. Der Erfolg sei durch die Einführung innovativer digitaler Zahlungsmethoden wie zum Beispiel mobile oder digitale Geldbörsen für Verbraucher:innen sogar noch beschleunigt worden. Viele Banken würden jedoch nicht die gleiche Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) anbieten und diese häufig zugunsten größerer Firmenkunden und des größeren Privatkundenmarktes übersehen. Und das, obwohl das Marktsegment der KMU laut der Studie in Bezug auf den Zahlungsverkehr weltweit einen Wert von über 850 Milliarden US-Dollar hat. 

Infolgedessen hätten KMU häufig mit Cashflow-Problemen, Cyber-Security-Risiken, schlechter Liquidität und betrieblichen Ineffizienzen zu kämpfen. Das schüre die bestehende Unzufriedenheit mit etablierten Zahlungsdienstleistern und behindere für viele die nächste Wachstumsphase. 

„Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat unseres Wirtschaftswachstums und tragen signifikant zum Bruttoinlandsprodukt und der Beschäftigung in Deutschland bei. Dennoch sind sie mit am stärksten von der jüngsten Marktvolatilität betroffen“, sagt Klaus-Georg Meyer, Leiter Business and Technology Innovation für Financial Services bei Capgemini in Deutschland. „Banken und Zahlungsdienstleister müssen ihre Prioritäten neu ausrichten, um ungenutzte Potenziale für ihre Kunden durch innovative und gegebenenfalls experimentelle Zahlungsdienste nutzbar zu machen.“

Digitales Payment – bei der Sparkassen-Finanzgruppe auch für KMU 

Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Gewerbetreibende sind quasi die „klassischen“ Firmenkunden der regional aufgestellten Sparkassen. Daher haben die Sparkassen ein hohes Interesse daran, den Bäcker, Friseur oder Autohändler vor Ort in die Welt des digitalen Handels zu begleiten. 

Der S-Händlerservice bietet gemeinsam mit der S-Payment GmbH im Auftrag der Sparkassen-Finanzgruppe bereits verschiedene digitale Payment-Lösungen für KMU an und unterstützt sie auf dem Weg zur bargeldlosen Zahlungsakzeptanz und E-Commerce-Fähigkeit. Für kleinere Händler:innen, die in den Onlinehandel einsteigen möchten, eignet sich beispielsweise der „One-Stop-Shop“. Mit wenigen Klicks und dank eines einfachen Baukastensystems können die Händler:innen ihren Online-Shop ganz nach den eigenen Wünschen einrichten und gestalten. Über den „One-Stop-Shop“ können KMU ihren Kund:innen auch die beliebte Einkaufsvariante „Click&Collect“ anbieten. 

Eine weitere digitale Lösung für KMU ist das intelligente Kassensystem „Digitaler POS“. Hiermit können Händler:innen alle Aufgaben des Geschäftes gebündelt organisieren. Das System digitalisiert alle Prozesse von der Bestellung und dem Kassieren über die Inventur, Tisch- und Terminreservierungen bis hin zu Treueprogrammen sowie der Personalplanung.

Möchten es Händler:innen ihrer Kundschaft ermöglichen, bargeld- und kontaktlos zu bezahlen, geht dies zum einen über den „Zahlungslink“. Über einen individuellen Zahlungslink gelangen Käufer:innen auf eine sichere Bezahlseite. Dort können sie aus verschiedenen Bezahlmöglichkeiten die favorisierte Variante auswählen. Der Link kann vor Ort im Geschäft, online im Shop oder als Bezahllösung in Apps integriert werden. 

Zu wenig Dienstleistungen im Zahlungsverkehr für KMU

Zum anderen können KMU mit der App „Sparkasse POS“ ihr Android™-Smartphone in ein mobiles Kartenlesegerät umfunktionieren und so bargeldlos ortsunabhängig, z.B. im Taxi oder am Wochenmarktstand, kassieren. Seit Kurzem ist es Geschäfts- und Gewerbekund:innen der Sparkassen möglich, über „Sparkasse POS“ auch girocard-Zahlungen in Höhe von über 50 Euro zu akzeptieren. Denn deren Kund:innen haben nun die Möglichkeit, eine kontaktlose girocard-Zahlung per Eingabe ihrer persönlichen Geheimzahl (PIN) in „Sparkasse POS“ auf dem Gerät der Händler:innen sicher zu authentifizieren – was Zahlungen über 50 Euro, bei denen eine PIN-Eingabe notwendig ist, möglich macht.

Die vorgestellten Lösungen bietet die S-Payment GmbH im Auftrag der Sparkassen-Finanzgruppe kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Rahmen der Initiative „Digitaler KMU“ an. Die Initiative unterstützt die Händler bei der Optimierung und Weiterentwicklung in den Bereichen Online Sales, Digitalisierung, Services Beyond Payment, Omnichannel und einer besser verzahnten IT-Infrastruktur.

Weitere Informationen zu den digitalen Payment-Lösungen der Sparkassen-Finanzgruppe für kleine und mittlere Unternehmen gibt es hier