Blog #allaboutpayment
bei Deutschlands größtem Straßenmagazin
20.06.2025
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20.06.2025
Als eines der ersten Straßenmagazine in Europa ermöglicht Hinz&Kunzt in Hamburg neuerdings die Bezahlung per QR-Code. Ein innovativer Schritt, der nicht nur den Absatz steigern soll, sondern auch einen schönen Nebeneffekt für die wohnungslosen oder armutsbetroffenen Verkäufer:innen hat.
Wer in Hamburg unterwegs ist, kommt an Hinz&Kunzt nicht vorbei, einem der ältesten und auflagenstärksten Straßenmagazine Deutschlands. Mehr als 500 Menschen verkaufen es auf den Straßen der Hansestadt tagein, tagaus – und seit Kurzem gehört Hinz&Kunzt nun auch zu den ersten Straßenzeitungen in Europa, die man bargeldlos kaufen kann.
Hinz&Kunzt ist dabei mehr als ein professionell gemachtes Magazin, sondern ein Hilfsangebot für die Schwächsten der Gesellschaft: Für wohnungslose und von Armut betroffene Menschen ermöglicht es eine niedrigschwellige Beschäftigung. Gleichzeitig unterstützen mehrere angestellte Sozialarbeiter:innen Betroffene bei den unterschiedlichsten Herausforderungen, von Geldsorgen über Wohnungssuche bis zu Suchtproblemen.
Doch genau wie viele andere Straßenzeitungen steckt auch Hinz&Kunzt in der Krise: Gestiegene Kosten bei abnehmender Kaufbereitschaft der Menschen haben dem Magazin in den Jahren seit Corona zu schaffen gemacht. Für das Team war die Einführung des neuen mobilen Bezahlsystems Hinz&Pay auch ein dringend notwendiger Schritt, um dem veränderten Nutzungsverhalten der Käufer:innen gerecht zu werden und neue Leser:innen zu gewinnen. „Uns war allen klar, dass das kommen muss, weil die Leute einfach bargeldlos bezahlen wollen, spätestens seit Corona“, erklärt Sybille Arendt, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit bei der gemeinnützigen Hinz&Kunzt gGmbH, die das Heft herausgibt.
Das Hauptproblem sei gewesen: „Wie kommt das Geld zu den Leuten, wenn sie kein Konto oder kein Handy haben? Da ist lange Zeit niemandem etwas eingefallen.“ Und zwar weltweit. Arendt sagt: „Wir sind gut vernetzt und es gab einfach nirgendwo gute Ideen hierzu.“
Bis dann die Österreicher vom Magazin Augustin mit genau der Lösung um die Ecke kamen, die bei Hinz&Kunzt nun seit diesem Frühjahr im Einsatz ist.
Und die sieht so aus: Auf den offiziellen Verkaufsausweisen, die Verkäufer:innen brauchen, um Hinz&Kunzt verkaufen zu dürfen, ist seit dem 1. März ein QR-Code abgebildet. Wer den scannt, kommt auf eine Bezahlseite und kann dort in weniger als einer Minute und ohne Anmeldung den Kaufpreis plus ggf. Trinkgeld für die Verkäuferin oder den Verkäufer überwiesen – mit Kreditkarte, Paypal, Apple Pay oder Google Pay. Das funktioniert problemlos und wirklich schnell, hat der Selbsttest ergeben.
Wichtig für die Lösung war auch, dass neben dem Verkaufspreis ein Trinkgeld gegeben werden kann, genau wie die Kundschaft es bei Barzahlung macht. Das funktioniert nun bei Hinz&Pay so, wie man es vielleicht teilweise schon von Kassensystemen in der Gastronomie kennt, wo man beim Bezahlen am Terminal selbst antippen kann, ob und wie viel man zusätzlich geben möchte. Der angenehme Unterschied für die Verkäufer:innen: Sie müssen kein Gerät mit sich herumschleppen, sondern brauchen wirklich nur den QR-Code auf ihrem Ausweis zu zeigen.
Die Zahlungsabwicklung läuft über das griechische Fintech-Unternehmen Viva.com: Der QR-Code beinhaltet einen Bezahllink, der wiederum mit der individuellen Verkäufer-ID versehen ist; über die werden im Hintergrund die Einnahmen kategorisiert und dann in einer Datenbank von Hinz&Kunzt den Verkäufer:innen zugeordnet. Das Geld landet also auf einem zentralen Konto bei Hinz&Kunzt und der Verlag zahlt das Geld in bar an seine Verkäuferinnen und Verkäufer aus. Die Transaktionsgebühren von Viva.com übernimmt Hinz&Kunzt und geht auch regelmäßig in Vorkasse, da Viva einmal die Woche gebündelt an den Verlag die Einnahmen auszahlt und es durchaus vorkommt, dass die Verkäufer:innen schon früher ihr Geld abholen.
Eine für das Team überraschende, erfreuliche Entwicklung: „Manche Verkäuferinnen und Verkäufer nutzen das Guthaben wie ein Sparkonto, weil sie sagen: Ich sammle das an, und wenn ich dann knapp bei Kasse bin, dann komme ich hierher“, erzählt Meike Lehmann aus dem Projektmanagement & Controlling des Magazins.
„Hierher“ ist das Hinz&Kunzt-Haus im Hamburger Stadtteil St. Georg. Dort befindet sich die Geschäftsstelle und im Haus leben auch mehrere „Hinz&Künztler“ in Wohngemeinschaften zusammen. „Hierher“ müssen die Verkäufer:innen auch kommen, um sich neue Hefte zu kaufen. Denn das ist das Prinzip des Vertriebs: Man kauft Hinz&Kunzt auf eigene Kosten und darf sie dann mit einem Aufschlag an vorher besprochenen Plätzen im gesamten Stadtgebiet weiterverkaufen. Aber nur mit offiziellem Ausweis. Insofern war die Einführung von Hinz&Pay auch flächendeckend, weil seit dem 1. März eben nur noch Menschen mit einem neuen Ausweis Hefte zum Weiterverkauf erwerben dürfen.
Hinz&Pay ist ein Vorhaben, das schon längere Zeit in Vorbereitung war, bevor es um den Jahreswechsel herum in eine nervenaufreibende heiße Phase ging. Nicht nur die potentiellen Kunden und Kundinnen mussten informiert werden; hierzu gab es eine umfangreiche Presse- und Werbekampagn. Die größere Herausforderung waren die Verkäuferinnen und Verkäufer selbst. Um Sprachbarrieren zu überwinden, entwickelte das Team Material, das neben Deutsch vor allem in Rumänisch, Polnisch und auch Englisch informierte.
Doch trotz all der Mühe: „Papier ist geduldig, wichtig war vor allem die persönliche Kommunikation“, erzählt Sybille Arendt. „Wir haben zum einen wahnsinnig viele Schulungen gemacht. Und dann haben wir mit unserem Verkäuferrat, einer kleinen Gruppe gewählter Verkäuferinnen und Verkäufer, ausführlich über Hinz&Pay gesprochen. So konnten wir gleich Leute ausbilden, die das neue Bezahlmodell dann schon kannten und anderen erklären konnten.“
Und so wurde das Bezahlsystem von den Verkäufer:innen bislang sehr gut angenommen. Zwar habe es im Vorhinein auch diejenigen gegeben, die Hinz&Pay erst einmal grundsätzlich abgelehnt hätten, so Arendt. Doch auch die würden ja auf der Straße von Interessent:innen angesprochen und könnten sich dem bargeldlosen Bezahlen deshalb gar nicht entziehen. Aktuell laufe es erstaunlich gut und geräuschlos.
Die erfolgreiche erste Bilanz vom Testzeitraum im Februar bis Anfang Mai laut offiziellen Angaben: 300 Verkäufer:innen haben Hinz&Pay angeboten bzw. genutzt. Es gab ca. 2.200 Transaktionen und es wurden Zahlungen in Höhe von 7.000 Euro getätigt. Bei Hinz&Kunzt gibt man sich sehr zufrieden mit den ersten Monaten.
Vielleicht ist die Möglichkeit zum digitalen Bezahlen ja das, was es braucht, um die Bedeutsamkeit von Straßenmagazinen auch weiterhin zu zementieren und Hinz&Kunzt aus der Krise zu helfen.
Zwar überwiegen auch weiterhin die barzahlenden Stammkäufer:innen, doch es gibt eben auch diejenigen, für die der Kauf einer Hinz&Kunzt dank digitaler Bezahlmöglichkeiten nun auf einmal wieder attraktiv ist: nicht nur, aber vor allem jüngere, technologisch affine Menschen. Wer vor allem von Hinz&Pay profitiere, seien deshalb die Gastroverkäuferinnen und -verkäufer, erzählt Sybille Arendt. „Die ziehen durch die Kneipen und sprechen eh mit den Leuten.“ Und dabei treffen sie eben dieses Publikum, das vielleicht vorher noch nicht oder nicht mehr das Magazin gekauft hat.
Das digitale Bezahlen hat sich also – wenig verwunderlich – als kluge Ergänzung erwiesen. Und zwar genauso für den Verlag selbst, der den Verkauf ankurbelt, wie für die Verkäuferinnen und Verkäufer, die meisten von ihnen kontolos, die auf einmal eine neue kreative Möglichkeit zum Sparen haben.
Wir sind Top Company 2026!
kununu, die führende Arbeitgeber Bewertungsplattform, hat die S-Payment GmbH als Top Company 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung basiert auf den unabhängigen Bewertungen unserer Mitarbeitenden auf kununu und würdigt die hohe Zufriedenheit, das vertrauensvolle Miteinander und die wertschätzende Unternehmenskultur bei S-Payment.
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