Blog #allaboutpayment

Mit Participayed zur finanziellen Inklusion

Wie ein langjähriges Problem zu einer innovativen Lösung führte

04.06.2024

In einer Zeit, in der Fintech-Start-ups scheinbar jede erdenkliche Idee umgesetzt haben, tritt Participayed aus Hamburg auf den Plan. Sie konzentrieren sich auf eine bisher vernachlässigte Nische: die Zahlungsabwicklung für Menschen in rechtlicher Betreuung. Mit einem erfahrenen Team und einem innovativen Produktansatz will Participayed nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch die finanzielle Inklusion dieser Menschen verbessern. Ihr Vorhaben birgt jedoch regulatorische Herausforderungen und stellt die Branche vor neue aufsichtsrechtliche Fragen. Die Gründung von Participayed zeigt, dass die Zukunft des Fintech-Sektors in der Komplexität liegt, um eine inklusivere Finanzwelt zu schaffen.

Participayed: Zahlungslösungen mit sozialem Mehrwert

Payment-Start-ups stehen vielleicht nicht mehr ganz so im Rampenlicht wie in den vergangenen Jahren. Doch während viele glauben, dass alle wichtigen und spannenden Ideen bereits umgesetzt wurden, beweisen die Gründer des Hamburger Payment-Start-ups Participayed das Gegenteil.

 

Das Unternehmen hat eine Nische identifiziert, die äußerst vielversprechend ist: die Abwicklung von Zahlungsvorgängen für Menschen in rechtlicher Betreuung. Das sind Menschen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Einschränkungen nicht in der Lage sind, ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst zu regeln.

 

 

Für Mitgründer Christoph Roling liegt der Reiz des unkonventionellen Start-ups in vier wesentlichen Punkten: „Was mich an Participayed fasziniert, sind vier entscheidende Aspekte. Erstens arbeiten wir mit einem extrem talentierten und hochmotivierten Team zusammen. Zweitens erzielen wir einen echten Impact. Wir optimieren nicht nur Prozesse im Verborgenen, sondern bieten Menschen, die es ohnehin nicht leicht haben, die Möglichkeit, wieder ein Stück Normalität zu erleben und nicht durch die fortschreitende Digitalisierung weiter ausgegrenzt zu werden.

Auch das eigene Geschäftsmodell hält Christoph Roling für tragfähig, da das Produkt nicht nur ein Problem aus der Praxis löst, sondern den enormen prozessualen Aufwand in der Betreuungseinrichtung reduziert. Als vierten Punkt nennt Christoph, der im Gründerteam die Rolle des Chief Product Officers einnimmt, die Begeisterung für das Produkt selbst. Dieses bringt eine gewisse Komplexität mit sich, sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der regulatorischen Compliance.

 

Rund 125.000Einrichtungen in Deutschland kümmern sich um etwa 1,4 Millionen Menschen in Betreuung“, ergänzt Christoph Roling. Das bietet ein enormes Potenzial, um mit Hilfe von Finanztechnologie die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern oder sogar zu verbessern. Gleichzeitig bietet sich für die Einrichtungen die Chance, ihr Personal von repetitiven Aufgaben zu entlasten und effizienter einzusetzen - zum Beispiel, um mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Menschen zu haben.

Auch das eigene Geschäftsmodell hält Christoph Roling für tragfähig, da das Produkt nicht nur ein Problem aus der Praxis löst, sondern den enormen prozessualen Aufwand in der Betreuungseinrichtung reduziert. Als vierten Punkt nennt Christoph, der im Gründerteam die Rolle des Chief Product Officers einnimmt, die Begeisterung für das Produkt selbst. Dieses bringt eine gewisse Komplexität mit sich, sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der regulatorischen Compliance.

 

Rund 125.000Einrichtungen in Deutschland kümmern sich um etwa 1,4 Millionen Menschen in Betreuung“, ergänzt Christoph Roling. Das bietet ein enormes Potenzial, um mit Hilfe von Finanztechnologie die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern oder sogar zu verbessern. Gleichzeitig bietet sich für die Einrichtungen die Chance, ihr Personal von repetitiven Aufgaben zu entlasten und effizienter einzusetzen - zum Beispiel, um mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Menschen zu haben.

Engagement für eine bessere finanzielle Inklusion

Participayed geht damit über den reinen Zahlungsverkehr hinaus und adressiert eine spezifische Herausforderung, die bisher weitgehend vernachlässigt wurde. Das Unternehmen arbeitet an einer sicheren und benutzerfreundlichen Zahlungskartenlösung, die es den Nutzern ermöglicht, ihre finanziellen Transaktionen effizient zu verwalten und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit zu wahren.

 

Es ist wichtig zu verstehen, dass Participayed drei Benutzergruppen hat: Menschen in Betreuung, Betreuende in der Praxis und Betreuende im rechtlichen Sinne. 

Am Tag, bevor ich vor „Pink Nails“ stehe, habe ich die App auf mein Handy heruntergeladen. Das Onboarding ist ganz smooth, die Nutzerführung durch den Prozess klappt prima. Und irgendwann ist es soweit: Alles ist erledigt, bis auf den Iris-Scan. In der App werden die Standorte der Orbs in Deutschland angezeigt. Es sind nicht viele, gerade mal eine Handvoll. Ich kann dort einen Termin für meinen Scan reservieren – was ich auch mache, und so stehe ich nun vor dem Nagelstudio. 

 

Ich fasse mir ein Herz und betrete das “Pink Nails”. Zum allerersten Mal in meinem Leben bin ich in einem Nagelstudio – und ich fühle mich sofort fehl am Platz. Dass ich nicht zur Kernzielgruppe des Nagelstudios gehöre, fällt auch Hieu Than sofort auf. Er kommt hinter einer Theke im Corporate Design von World hervor. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo von World, und um den Hals baumelt irgendeine Art offiziell aussehender Ausweis. 

Digitale Lösung im Fokus

Warum eine digitale Lösung?

Derzeit werden Zahlungen noch in bar abgewickelt. Dies bringt jedoch drei wesentliche Probleme mit sich: Erstens entstehen Kosten für die Bargeldversorgung in den Einrichtungen. Dort wird das Bargeld beschafft, in Barkassen verwahrt und an Menschen in Betreuung oder Mitarbeitende ausgegeben. Zweitens ist die Buchführung über alle Zahlungsvorgänge mit erheblichem Aufwand verbunden. Jede Bargeldbewegung ist in diesem Fall Quittierungs- und Belegpflichtig. Das gilt auch für Einkäufe, die die Mitarbeitenden für die nicht selbstständigen Menschen in Betreuung tätigen. Hier kommen im Jahr schnell mehrere 100.000 Belege pro Einrichtung zusammen, die dann noch manuell erfasst, ausgewertet und kontrolliert werden. So kommen schnell Verwaltungskosten von mehreren 100.000 Euro pro Einrichtung und Jahr zusammen. Und drittens besteht bei der Verwendung von Bargeld ein erhöhtes Missbrauchsrisiko.

Am Tag, bevor ich vor „Pink Nails“ stehe, habe ich die App auf mein Handy heruntergeladen. Das Onboarding ist ganz smooth, die Nutzerführung durch den Prozess klappt prima. Und irgendwann ist es soweit: Alles ist erledigt, bis auf den Iris-Scan. In der App werden die Standorte der Orbs in Deutschland angezeigt. Es sind nicht viele, gerade mal eine Handvoll. Ich kann dort einen Termin für meinen Scan reservieren – was ich auch mache, und so stehe ich nun vor dem Nagelstudio. 

 

Ich fasse mir ein Herz und betrete das “Pink Nails”. Zum allerersten Mal in meinem Leben bin ich in einem Nagelstudio – und ich fühle mich sofort fehl am Platz. Dass ich nicht zur Kernzielgruppe des Nagelstudios gehöre, fällt auch Hieu Than sofort auf. Er kommt hinter einer Theke im Corporate Design von World hervor. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo von World, und um den Hals baumelt irgendeine Art offiziell aussehender Ausweis. 

Die Bezahllösung von Participayed soll nicht nur die finanziellen Transaktionen für Betreuungseinrichtungen vereinfachen, sondern auch die Teilhabe für diejenigen erleichtern, die weiterhin auf Barzahlungen angewiesen sind.

 

Christoph Roling erklärt: „Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft führt zu einer eingeschränkten Teilhabe für diejenigen, die weiterhin auf Barzahlungen angewiesen sind. Ein Beispiel dafür ist die Umstellung im Hamburger Verkehrsverbund: Seit dem 1. Januar können Fahrkarten nicht mehr beim Busfahrer gekauft werden, sondern müssen bargeldlos an Automaten gekauft werden, die es an den meisten Haltestellen gar nicht gibt. Auch beim Einkaufen in Geschäften wird zunehmend auf bargeldlose Zahlungsmittel gesetzt. Es wird deutlich, dass das Fehlen einer Zahlkarte zunehmend eine Barriere für Teilhabe bedeutet. Von Zahlungen im Internet oder für digitale Services brauchen wir hier noch gar nicht zu reden.

Wie die Idee entstanden ist

Die Ursprünge von Participayed liegen in einem langjährigen Problem der Sozialwirtschaft: die Administration von Verwahrgeldern der Menschen in Betreuung. Auch die Diakonie Nord Nord Ost in Lübeck sah sich mit diesem Problem konfrontiert und befragte auf der langjährigen Suche nach einer Verbesserung ihr Netzwerk. Matthias Damerow von ihrem langjährigen IT-Dienstleister Viakom begann daraufhin mit dem Rostocker Team von Inventure eine Lösung zu finden. Eine Lösung von der Stange gab es nicht, daher begann das Team umzudenken und eine eigene Lösung zu evaluieren.

 

Obwohl der Begriff "Taschengeld" in der Sozialwirtschaft mittlerweile nicht mehr als zeitgemäß angesehen wird, diente er als Ausgangspunkt für die Suche nach technischen Lösungen aus der deutschen Fintech-Szene.

 

Eines der ersten Ergebnisse war Ruuky, ein Pionier im Bereich Neobanking für Kinder und Jugendliche, bis es 2023 aufgrund der Finanzierungskrise in Liquiditätsschwierigkeiten geriet und verkauft wurde.

 

Das Timing erwies sich als günstig: Das Ruuky-Team war auf der Suche nach neuen Herausforderungen, als die Anfrage kam.

Christoph Roling, der zum Kernteam von Ruuky gehörte, übernahm die Rolle des Mitgründers und CPO von Participayed.

Blick in die Zukunft

Das Produkt von Participayed befindet sich in der Entwicklungsphase und ist daher noch nicht verfügbar. Die Hauptaufgabe besteht laut Christoph Roling derzeit darin, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Die zuständige Aufsichtsbehörde BaFin sei über das Vorhaben informiert und deren Antwort werde von allen Beteiligten mit Spannung erwartet. 

Nicht zuletzt ist deswegen die wichtigste Frage: Für wen wird ein Produkt geschaffen?

 

Immer noch werden neun von zehn Finanzprodukten von überwiegend Männern gebaut – und in der Regel für Männer. Zu selten wird berücksichtigt, dass die Lebensentwürfe, Erwerbsbiografien und Herausforderungen von Frauen anders sind als die des durchschnittlichen Mannes. Übertragen auf das Thema Payment könnte das zum Beispiel bedeuten: Frauen nutzen zwar ihre Handys genauso viel wie Männer, aber anders. Wenn zum Beispiel eine Mama auf dem Spielplatz am Handy ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie gerade Familienmanagement betreibt. Ich spreche da aus Erfahrung. 

 

Es gibt einen Fachbegriff dafür, wenn man sich in der Produktentwicklung stattdessen auf Frauen als Zielgruppe fokussiert: Women Centric Design

Nicht zuletzt ist deswegen die wichtigste Frage: Für wen wird ein Produkt geschaffen?

 

Immer noch werden neun von zehn Finanzprodukten von überwiegend Männern gebaut – und in der Regel für Männer. Zu selten wird berücksichtigt, dass die Lebensentwürfe, Erwerbsbiografien und Herausforderungen von Frauen anders sind als die des durchschnittlichen Mannes. Übertragen auf das Thema Payment könnte das zum Beispiel bedeuten: Frauen nutzen zwar ihre Handys genauso viel wie Männer, aber anders. Wenn zum Beispiel eine Mama auf dem Spielplatz am Handy ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie gerade Familienmanagement betreibt. Ich spreche da aus Erfahrung. 

 

Es gibt einen Fachbegriff dafür, wenn man sich in der Produktentwicklung stattdessen auf Frauen als Zielgruppe fokussiert: Women Centric Design

Die dafür aktuell genutzten Prozesse und Produkte werden dabei zwar weitgehend toleriert, sind aber nicht zwangsläufig rechtssicher. Für die Zukunft von Participayed ist es daher entscheidend, wie die Einschätzung der BaFin in diesem Bereich ausfällt. “Rechtssicherheit für Einrichtungen und digitale finanzielle Teilhabe für Menschen in Betreuung sind beides legitime Interessen, die sich nicht entgegenstehen sollten.” fordert Christoph Roling.  

Participayed zeigt, wie Fintech-Gründungen komplexer werden, um inklusiver zu sein.

Die Gründung von Participayed zeigt, dass die Ära der einfachen Fintech-Geschäftsmodelle vorbei ist. Das Terrain, auf dem sich die Gründer von heute bewegen, wird immer komplexer - und das ist gut so! Denn nur so können bisher vernachlässigte Teile unserer Gesellschaft erreicht werden. Das Beispiel Participayed zeigt, dass es immer noch Gruppen gibt, die nicht ausreichend mit Finanzprodukten versorgt sind. Dabei geht es nicht nur um die bequemste Bezahlmethode mit einem Wearable oder die vorteilhafteste finanzielle Beteiligung, sondern um Produkte, die einen adäquaten Zugang zum Finanzsystem gewährleisten. Wir leben in einer Zeit, in der sowohl bargeldbasiertes als auch bargeldloses Bezahlen möglich ist. Finanzielle Inklusion bedeutet daher, beide Zahlungsmethoden nutzen zu können.  

Participayed zeigt, wie Fintech-Gründungen komplexer werden, um inklusiver zu sein.

Die Gründung von Participayed zeigt, dass die Ära der einfachen Fintech-Geschäftsmodelle vorbei ist. Das Terrain, auf dem sich die Gründer von heute bewegen, wird immer komplexer - und das ist gut so! Denn nur so können bisher vernachlässigte Teile unserer Gesellschaft erreicht werden. Das Beispiel Participayed zeigt, dass es immer noch Gruppen gibt, die nicht ausreichend mit Finanzprodukten versorgt sind. Dabei geht es nicht nur um die bequemste Bezahlmethode mit einem Wearable oder die vorteilhafteste finanzielle Beteiligung, sondern um Produkte, die einen adäquaten Zugang zum Finanzsystem gewährleisten. Wir leben in einer Zeit, in der sowohl bargeldbasiertes als auch bargeldloses Bezahlen möglich ist. Finanzielle Inklusion bedeutet daher, beide Zahlungsmethoden nutzen zu können.  

In einer Zeit, in der Fintech-Start-ups scheinbar jede erdenkliche Idee umgesetzt haben, tritt Participayed aus Hamburg auf den Plan. Sie konzentrieren sich auf eine bisher vernachlässigte Nische: die Zahlungsabwicklung für Menschen in rechtlicher Betreuung. Mit einem erfahrenen Team und einem innovativen Produktansatz will Participayed nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch die finanzielle Inklusion dieser Menschen verbessern. Ihr Vorhaben birgt jedoch regulatorische Herausforderungen und stellt die Branche vor neue aufsichtsrechtliche Fragen. Die Gründung von Participayed zeigt, dass die Zukunft des Fintech-Sektors in der Komplexität liegt, um eine inklusivere Finanzwelt zu schaffen.

Participayed: Zahlungslösungen mit sozialem Mehrwert

Payment-Start-ups stehen vielleicht nicht mehr ganz so im Rampenlicht wie in den vergangenen Jahren. Doch während viele glauben, dass alle wichtigen und spannenden Ideen bereits umgesetzt wurden, beweisen die Gründer des Hamburger Payment-Start-ups Participayed das Gegenteil.

 

Das Unternehmen hat eine Nische identifiziert, die äußerst vielversprechend ist: die Abwicklung von Zahlungsvorgängen für Menschen in rechtlicher Betreuung. Das sind Menschen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Einschränkungen nicht in der Lage sind, ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst zu regeln.

 

 

Für Mitgründer Christoph Roling liegt der Reiz des unkonventionellen Start-ups in vier wesentlichen Punkten: „Was mich an Participayed fasziniert, sind vier entscheidende Aspekte. Erstens arbeiten wir mit einem extrem talentierten und hochmotivierten Team zusammen. Zweitens erzielen wir einen echten Impact. Wir optimieren nicht nur Prozesse im Verborgenen, sondern bieten Menschen, die es ohnehin nicht leicht haben, die Möglichkeit, wieder ein Stück Normalität zu erleben und nicht durch die fortschreitende Digitalisierung weiter ausgegrenzt zu werden.

Auch das eigene Geschäftsmodell hält Christoph Roling für tragfähig, da das Produkt nicht nur ein Problem aus der Praxis löst, sondern den enormen prozessualen Aufwand in der Betreuungseinrichtung reduziert. Als vierten Punkt nennt Christoph, der im Gründerteam die Rolle des Chief Product Officers einnimmt, die Begeisterung für das Produkt selbst. Dieses bringt eine gewisse Komplexität mit sich, sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der regulatorischen Compliance.

 

Rund 125.000Einrichtungen in Deutschland kümmern sich um etwa 1,4 Millionen Menschen in Betreuung“, ergänzt Christoph Roling. Das bietet ein enormes Potenzial, um mit Hilfe von Finanztechnologie die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern oder sogar zu verbessern. Gleichzeitig bietet sich für die Einrichtungen die Chance, ihr Personal von repetitiven Aufgaben zu entlasten und effizienter einzusetzen - zum Beispiel, um mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Menschen zu haben.

Auch das eigene Geschäftsmodell hält Christoph Roling für tragfähig, da das Produkt nicht nur ein Problem aus der Praxis löst, sondern den enormen prozessualen Aufwand in der Betreuungseinrichtung reduziert. Als vierten Punkt nennt Christoph, der im Gründerteam die Rolle des Chief Product Officers einnimmt, die Begeisterung für das Produkt selbst. Dieses bringt eine gewisse Komplexität mit sich, sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der regulatorischen Compliance.

 

Rund 125.000Einrichtungen in Deutschland kümmern sich um etwa 1,4 Millionen Menschen in Betreuung“, ergänzt Christoph Roling. Das bietet ein enormes Potenzial, um mit Hilfe von Finanztechnologie die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern oder sogar zu verbessern. Gleichzeitig bietet sich für die Einrichtungen die Chance, ihr Personal von repetitiven Aufgaben zu entlasten und effizienter einzusetzen - zum Beispiel, um mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Menschen zu haben.

Engagement für eine bessere finanzielle Inklusion

Participayed geht damit über den reinen Zahlungsverkehr hinaus und adressiert eine spezifische Herausforderung, die bisher weitgehend vernachlässigt wurde. Das Unternehmen arbeitet an einer sicheren und benutzerfreundlichen Zahlungskartenlösung, die es den Nutzern ermöglicht, ihre finanziellen Transaktionen effizient zu verwalten und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit zu wahren.

 

Es ist wichtig zu verstehen, dass Participayed drei Benutzergruppen hat: Menschen in Betreuung, Betreuende in der Praxis und Betreuende im rechtlichen Sinne. 

Am Tag, bevor ich vor „Pink Nails“ stehe, habe ich die App auf mein Handy heruntergeladen. Das Onboarding ist ganz smooth, die Nutzerführung durch den Prozess klappt prima. Und irgendwann ist es soweit: Alles ist erledigt, bis auf den Iris-Scan. In der App werden die Standorte der Orbs in Deutschland angezeigt. Es sind nicht viele, gerade mal eine Handvoll. Ich kann dort einen Termin für meinen Scan reservieren – was ich auch mache, und so stehe ich nun vor dem Nagelstudio. 

 

Ich fasse mir ein Herz und betrete das “Pink Nails”. Zum allerersten Mal in meinem Leben bin ich in einem Nagelstudio – und ich fühle mich sofort fehl am Platz. Dass ich nicht zur Kernzielgruppe des Nagelstudios gehöre, fällt auch Hieu Than sofort auf. Er kommt hinter einer Theke im Corporate Design von World hervor. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo von World, und um den Hals baumelt irgendeine Art offiziell aussehender Ausweis. 

Digitale Lösung im Fokus

Warum eine digitale Lösung?

Derzeit werden Zahlungen noch in bar abgewickelt. Dies bringt jedoch drei wesentliche Probleme mit sich: Erstens entstehen Kosten für die Bargeldversorgung in den Einrichtungen. Dort wird das Bargeld beschafft, in Barkassen verwahrt und an Menschen in Betreuung oder Mitarbeitende ausgegeben. Zweitens ist die Buchführung über alle Zahlungsvorgänge mit erheblichem Aufwand verbunden. Jede Bargeldbewegung ist in diesem Fall Quittierungs- und Belegpflichtig. Das gilt auch für Einkäufe, die die Mitarbeitenden für die nicht selbstständigen Menschen in Betreuung tätigen. Hier kommen im Jahr schnell mehrere 100.000 Belege pro Einrichtung zusammen, die dann noch manuell erfasst, ausgewertet und kontrolliert werden. So kommen schnell Verwaltungskosten von mehreren 100.000 Euro pro Einrichtung und Jahr zusammen. Und drittens besteht bei der Verwendung von Bargeld ein erhöhtes Missbrauchsrisiko.

Am Tag, bevor ich vor „Pink Nails“ stehe, habe ich die App auf mein Handy heruntergeladen. Das Onboarding ist ganz smooth, die Nutzerführung durch den Prozess klappt prima. Und irgendwann ist es soweit: Alles ist erledigt, bis auf den Iris-Scan. In der App werden die Standorte der Orbs in Deutschland angezeigt. Es sind nicht viele, gerade mal eine Handvoll. Ich kann dort einen Termin für meinen Scan reservieren – was ich auch mache, und so stehe ich nun vor dem Nagelstudio. 

 

Ich fasse mir ein Herz und betrete das “Pink Nails”. Zum allerersten Mal in meinem Leben bin ich in einem Nagelstudio – und ich fühle mich sofort fehl am Platz. Dass ich nicht zur Kernzielgruppe des Nagelstudios gehöre, fällt auch Hieu Than sofort auf. Er kommt hinter einer Theke im Corporate Design von World hervor. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo von World, und um den Hals baumelt irgendeine Art offiziell aussehender Ausweis. 

Die Bezahllösung von Participayed soll nicht nur die finanziellen Transaktionen für Betreuungseinrichtungen vereinfachen, sondern auch die Teilhabe für diejenigen erleichtern, die weiterhin auf Barzahlungen angewiesen sind.

 

Christoph Roling erklärt: „Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft führt zu einer eingeschränkten Teilhabe für diejenigen, die weiterhin auf Barzahlungen angewiesen sind. Ein Beispiel dafür ist die Umstellung im Hamburger Verkehrsverbund: Seit dem 1. Januar können Fahrkarten nicht mehr beim Busfahrer gekauft werden, sondern müssen bargeldlos an Automaten gekauft werden, die es an den meisten Haltestellen gar nicht gibt. Auch beim Einkaufen in Geschäften wird zunehmend auf bargeldlose Zahlungsmittel gesetzt. Es wird deutlich, dass das Fehlen einer Zahlkarte zunehmend eine Barriere für Teilhabe bedeutet. Von Zahlungen im Internet oder für digitale Services brauchen wir hier noch gar nicht zu reden.

Wie die Idee entstanden ist

Die Ursprünge von Participayed liegen in einem langjährigen Problem der Sozialwirtschaft: die Administration von Verwahrgeldern der Menschen in Betreuung. Auch die Diakonie Nord Nord Ost in Lübeck sah sich mit diesem Problem konfrontiert und befragte auf der langjährigen Suche nach einer Verbesserung ihr Netzwerk. Matthias Damerow von ihrem langjährigen IT-Dienstleister Viakom begann daraufhin mit dem Rostocker Team von Inventure eine Lösung zu finden. Eine Lösung von der Stange gab es nicht, daher begann das Team umzudenken und eine eigene Lösung zu evaluieren.

 

Obwohl der Begriff "Taschengeld" in der Sozialwirtschaft mittlerweile nicht mehr als zeitgemäß angesehen wird, diente er als Ausgangspunkt für die Suche nach technischen Lösungen aus der deutschen Fintech-Szene.

 

Eines der ersten Ergebnisse war Ruuky, ein Pionier im Bereich Neobanking für Kinder und Jugendliche, bis es 2023 aufgrund der Finanzierungskrise in Liquiditätsschwierigkeiten geriet und verkauft wurde.

 

Das Timing erwies sich als günstig: Das Ruuky-Team war auf der Suche nach neuen Herausforderungen, als die Anfrage kam.

Christoph Roling, der zum Kernteam von Ruuky gehörte, übernahm die Rolle des Mitgründers und CPO von Participayed.

Blick in die Zukunft

Das Produkt von Participayed befindet sich in der Entwicklungsphase und ist daher noch nicht verfügbar. Die Hauptaufgabe besteht laut Christoph Roling derzeit darin, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Die zuständige Aufsichtsbehörde BaFin sei über das Vorhaben informiert und deren Antwort werde von allen Beteiligten mit Spannung erwartet. 

Nicht zuletzt ist deswegen die wichtigste Frage: Für wen wird ein Produkt geschaffen?

 

Immer noch werden neun von zehn Finanzprodukten von überwiegend Männern gebaut – und in der Regel für Männer. Zu selten wird berücksichtigt, dass die Lebensentwürfe, Erwerbsbiografien und Herausforderungen von Frauen anders sind als die des durchschnittlichen Mannes. Übertragen auf das Thema Payment könnte das zum Beispiel bedeuten: Frauen nutzen zwar ihre Handys genauso viel wie Männer, aber anders. Wenn zum Beispiel eine Mama auf dem Spielplatz am Handy ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie gerade Familienmanagement betreibt. Ich spreche da aus Erfahrung. 

 

Es gibt einen Fachbegriff dafür, wenn man sich in der Produktentwicklung stattdessen auf Frauen als Zielgruppe fokussiert: Women Centric Design

Nicht zuletzt ist deswegen die wichtigste Frage: Für wen wird ein Produkt geschaffen?

 

Immer noch werden neun von zehn Finanzprodukten von überwiegend Männern gebaut – und in der Regel für Männer. Zu selten wird berücksichtigt, dass die Lebensentwürfe, Erwerbsbiografien und Herausforderungen von Frauen anders sind als die des durchschnittlichen Mannes. Übertragen auf das Thema Payment könnte das zum Beispiel bedeuten: Frauen nutzen zwar ihre Handys genauso viel wie Männer, aber anders. Wenn zum Beispiel eine Mama auf dem Spielplatz am Handy ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie gerade Familienmanagement betreibt. Ich spreche da aus Erfahrung. 

 

Es gibt einen Fachbegriff dafür, wenn man sich in der Produktentwicklung stattdessen auf Frauen als Zielgruppe fokussiert: Women Centric Design

Die dafür aktuell genutzten Prozesse und Produkte werden dabei zwar weitgehend toleriert, sind aber nicht zwangsläufig rechtssicher. Für die Zukunft von Participayed ist es daher entscheidend, wie die Einschätzung der BaFin in diesem Bereich ausfällt. “Rechtssicherheit für Einrichtungen und digitale finanzielle Teilhabe für Menschen in Betreuung sind beides legitime Interessen, die sich nicht entgegenstehen sollten.” fordert Christoph Roling.  

Participayed zeigt, wie Fintech-Gründungen komplexer werden, um inklusiver zu sein.

Die Gründung von Participayed zeigt, dass die Ära der einfachen Fintech-Geschäftsmodelle vorbei ist. Das Terrain, auf dem sich die Gründer von heute bewegen, wird immer komplexer - und das ist gut so! Denn nur so können bisher vernachlässigte Teile unserer Gesellschaft erreicht werden. Das Beispiel Participayed zeigt, dass es immer noch Gruppen gibt, die nicht ausreichend mit Finanzprodukten versorgt sind. Dabei geht es nicht nur um die bequemste Bezahlmethode mit einem Wearable oder die vorteilhafteste finanzielle Beteiligung, sondern um Produkte, die einen adäquaten Zugang zum Finanzsystem gewährleisten. Wir leben in einer Zeit, in der sowohl bargeldbasiertes als auch bargeldloses Bezahlen möglich ist. Finanzielle Inklusion bedeutet daher, beide Zahlungsmethoden nutzen zu können.  

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